KURZINFO

Das Netzkunstprojekt DINGWELT ist eine Auseinandersetzung mit der Konsumkultur in der ebay-Ära. Der Bildkatalog der Dingwelt-Tauschbörse bot 12 Dinge mit Geschichte als Kunstdrucke an – digitale Fotoarbeiten mit Plüschhase Mümmy (*ungewaschen), Tischgarnitur (*antik) oder Topflappen (*selbst gehäkelt).

Jeder Tauschbörsen-Besucher konnte ein Bild auswählen und als Gegenleistung ein eigenes gebrauchtes Ding einsenden. Was, war egal, es musste nur eine kurze Geschichte zum Ding geschrieben werden. So ist die kleine, feine Sammlung mit persönlichen Dingen und deren Geschichten als ein symbolischer Erinnerungsort online entstanden. Und die Kunstdrucke sind in der Welt verstreut – Paderborn, New York, Shanghai.

Die Idee der Aktion ist einfach: Tausche Ding mit Geschichte gegen Kunstdruck mit Ding. Die DINGWELT hat Kleines und Großes mit der handgeschriebenen Geschichte ihrer Besitzer gesammelt und es in Szene gesetzt. Doch wo liegen die Grenzen der virtuellen Tauschtätigkeit, wenn Material sich verflüchtigt? Wodurch erhalten Dinge ihren Wert und erhalten sie Ihre Wertzuschreibung vielleicht durch den Tausch selbst? Erhöhen wir den Wert und die Beziehung zum Ding durch Geschichte im digitalen Raum?

Die Sammlung ist im Prozess gewachsen. Im Format der Dokumentation überleben dabei die individuellen Gegenwartsbeziehungen und Erinnerungsprozesse zu den Dingen. Die sozialen, symbolischen und ästhetischen Konzepte der Dinge treten in poetischer Schriftform in den Vordergrund, während die Funktion und die materiale Konstruktion der Dinge in den Hintergrund treten.

WWW.DINGWELT.DE

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